-
Auf die Ohren
-
Das eigene Business-Schiff #2: MaterialauswahlAudio erstellt von Susanne Krüger mit Unterstützung von KI
Ein Konstruktionsplan ist noch lange kein seetüchtiges Schiff. Wer schon einmal an einem Haus, an einem Konzept, an einem Angebot gebaut hat, kennt den irgendwann auftretenden Impuls “Jetzt nur noch fertig werden”. Und genau hier fängt an, was viele Konstrukte später wackeln lässt: Nicht, weil die Idee oder Planung schlecht war, sondern weil die Materialauswahl fürs Business-Schiff nie wirklich geprüft wurde.
Materialauswahl klingt nach vielen Mustern und Eigenschaftslisten – ziemlich langweilig also. Doch es ist die Phase, in der aus „das könnte funktionieren“ ein tragfähiges Fundament wird. In oft kleinen Schritten, vielen Windungen und Wendungen, bis es sich für den Kopf logisch und für das Herz stimmig anfühlt.
In der Intensivgruppe von Smart Business Concepts® ist dieser Teil mit Ausrufezeichen die Basis. Erst wenn das eigene Thema, der Unternehmertyp, zum Beispiel Experte oder Serviceanbieter, und der Transfer zum Kunden klar sind, geht es an die konkreten Produkte. Harte Kost für Ungeduldige, in deren Kopf bereits Bauteile der nächsten Schritte umherschwirren.
Warum Materialauswahl fürs Businessschiff zuerst kommt
Konstruktionspläne beantworten die Frage, wie ein Schiff für eine bestimmte Art von Nutzung gebaut sein könnte. Davor steht eine oft unterschätzte Frage: Woraus wird es gebaut – und passt dieses Material zu den Anforderungen, die das Schiff erfüllen soll?
Material ist dabei nicht nur „Kompetenz“ oder „Wissen“. Es ist auch Arbeitsweise, Energiehaushalt, Kontaktform, Grenzen, Rhythmus; das Maß an Nähe, das in einem Format sinnvoll ist, und die Stabilität, die entsteht, wenn Eckpunkte verlässlich sind. Manche Materialien machen Eindruck, doch sie haben andere Eigenschaften als gefordert. Manche sehen unspektakulär aus, sind jedoch die zuverlässigen, die auch Stürme aushalten. Und manches ist so selbstverständlich geworden, dass es nicht einmal auf der Liste steht, obwohl es zur tragenden Struktur gehört.
Wer diese Phase überspringt, vervollständigt später nicht sein Schiff, sondern repariert instabile Stellen schon vor dem Stapellauf. Klingt wenig verlockend, oder?
Inventur
Eine Inventur ist Fleißarbeit: Man nimmt Dinge wieder in die Hand, die man längst als geklärt abgelegt hatte. Nun werden sie geprüft: Passt das Bisherige wirklich zu einem? Meist wird der Kundennutzen über alles gestellt. Doch was ist mit demjenigen, der das Schiff steuern muss, um Waren zum Kunden zu bringen?
Bei vielseitigen, leistungsstarken Menschen – die schnell denken, viel wahrnehmen und gern in eine Hochstapler-Schleife rutschen – gibt es einen typischen Effekt: Das eigene Material wird klein gerechnet, aussortiert, bevor es überhaupt geprüft wurde. Was leicht fällt, zählt nicht. Was „normal“ wirkt, wird nicht zur Kenntnis genommen. Und was schon lange da ist, erscheint nicht erwähnenswert. Damit steht man vor einer ziemlich leeren Kiste und wundert sich, warum der Bau des Schiffes zäh wird.
Darum war die Inventur für mich vor allem eine Übung, um Blickwinkel zu wechseln. Neue Routen zulassen, erst im Kopf, danach als Prototyp bauen und testen. Das heißt nicht, dass frühere Entscheidungen wegfallen. Manche werden klarer und fester – oder sie weichen, wenn sie dem Fundament keine Stabilität (mehr) geben.
Zeitblöcke, kein Dauergrübeln
Damit keine Endlosschleife entsteht, braucht der Prozess einen Rahmen. Für unsere Köpfe braucht es dabei kein strenges System, eher regelmäßige Momente mit der Frage: Was fühlt sich im Kopf und im Körper richtig an?
Im Rahmen der Intensivgruppe richte ich mir mehrmals pro Woche Zeitblöcke ein, in denen ich an den aufkommenden Fragen fokussiert arbeite. Nicht nebenbei, nicht zwischen zwei Terminen, sondern so, dass die Gedanken wirklich an einem Stück sortiert werden können.
Das ist ein Prinzip, das vielen Selbstständigen gut tut, gerade wenn viel gleichzeitig läuft: Wer sich regelmäßige Zeitblöcke und Fokus gönnt, verhindert, dass sich Fragen aufstauen, bis sie drängend werden. Und wer den Zustand des eigenen Business-Schiffes kennt, muss nicht permanent innerlich scannen, ob irgendwo ein Leck ist. Es entsteht eine stille Form von Sicherheit: Ich weiß, wann ich nachsehe. Das allein nimmt Druck.
Materialauswahl I: An wen richte ich mich?
Bei der Materialauswahl fürs Businessschiff wird die Frage nach der Zielgruppe sehr konkret – und fordert nach der Inventur die verfeinerte Auswahl. Woraus baue ich das künftige Schiff? Was kann wiederverwendet werden – wofür brauche ich anderes Material? Was muss oder sollte an der Ausrüstung verändert werden? Hier meine ich sowohl Tools wie Methoden – und den Abgleich von Annahmen, Erfahrungen und Erkenntnissen. Ein Schiff kommt umso leichter voran, je weniger unnützen Ballast es trägt.
Eine Spiegelung von außen hat sich dabei als präziser Marker gezeigt: Ich bin keine hundertprozentige Online-Frau, jedenfalls nicht in dem Sinn, dass ich mich wohl dabei fühle, jede Form von Kontakt ausschließlich virtuell zu gestalten. Wenn alles online abläuft, lande ich oft in Anstrengung, obwohl es bequem sein müsste.
Der geplante Umzug nach Leer (Ostfriesland) brachte die Frage nach lokalem Marketing auf. Ich erinnere mich an Hamburg: Netzwerke in 3D waren ständiger Begleiter. Business-Stammtische, Innovationszentren, Netzwerke, Vortragsgelegenheiten als Kontaktpunkte. Mit der Recherche löste sich ein festsitzender Knoten: Mit dem Ansatz eines reinen Online-Business handle ich gegen das, was mir gut tut.
Dazu gehört auch eine befreiende Erkenntnis: Meine Zielgruppe offline darf sich von der Ausrichtung online unterscheiden. Nach Jahren, in denen ich – immer unter dem Licht der Online-Business-Konventionen – teils verzweifelt versucht habe, eine Zielgruppe auf den Punkt zu definieren, lassen direkte Kontakte in 3D mehr Bandbreite zu.
Materialauswahl II: Welche Angebote habe ich an Bord?
In der persönlichen Begleitung saßen bisher ausschließlich Frauen. Das führt zur Entscheidung, dass ich meine Kontaktpunkte wie die Serie CoRE mit den Geschichten um Nirya, der Astronautin mit der Lizenz zum Andersdenken, als Reise zum Selbst stärker in ihre Richtung bringe.
Das Flaggschiff-Magazin Nautische Signale greift in einer Rubrik die Reise zum Selbst auf, doch der Schwerpunkt liegt auf Business-Themen. Dieses Magazin ist für Selbstständige mit Unternehmergeist – nicht nur Solisten. Heimathafen-Gedanken – die Rubik mit dem Blick über die Schulter – sind selten exklusiv. Plus: Unter den Abonnenten der Magazinwelt und auch in den Themen-Newslettern befinden sich etwa ein Drittel Männer.
Sämtliche Angebote mit Businessbezug passen für beide Zielgruppen – hier steht eventuell im Marketing eine Differenzierung an.
Eine Perle aus dem Lager
So manches Mal taucht in einer Inventur etwas auf, dessen Existenz bereits vergessen war. Bei mir ein Zettel mit einer Notiz zwischen anderen Inhalten.
Kreativität mit Business verbinden
Der Satz, der zugleich Prüffrage ist: Wobei gelingt mir das bereits? Reicht mir die Menge? Wie kann Kreativität frei sein, ohne permanent den Nachweis liefern zu müssen, dass sie aufs Business einzahlt? Wie kann ich zugleich das, was schon da ist, so nutzen, dass es nicht in der Schublade verstaubt?
Die nächste Aufgabe
Die anstehenden Zeitblöcke setze ich ein, um dieses Bild für mich so zu klären, dass ich keine Widersprüche in mir und im Außen erzeuge, sondern eine klare Differenzierung mit verbindenden Elementen.
Vorerst ergibt sich eine Zwei-Spuren-Logik:
- Online-Angebote (insbesondere persönliche Formate) werden konsequent auf Frauen ausgerichtet, weil dort Nähe, Resonanz und Präzision im Einfühlen zentral sind. Zusätzlich hilft mir der räumliche Abstand der Online-Treffen dabei, klar zu bleiben, statt in direkter Begegnung zu viel auf einmal zu aufzunehmen.
Diese Frauen sind die weiblichen Soloselbstständigen, die ausgeprägt sensibel sind. Die mit ihrer Feinwahrnehmung zwischen den Zeilen lesen und häufig Spiritualität leben. Es sind die Hochbegabten und mit überschäumender Kreativität. Mit einer oder mehreren Prägungen wie bei mir. - Lokale Sichtbarkeit (Kontaktpunkte, Vorträge, Netzwerke) darf gemischt sein, weil es dort um Impulse, Orientierung und Erfahrung für Business-Lösungen geht, nicht um dasselbe Maß an individueller Tiefe wie in der Begleitung.
Offline erweitere ich auf beide biologischen Geschlechter und auf Selbstständige, die solo oder in kleinen Teams arbeiten. Verbindendes Element bleibt das, was unter Neurodiversität zusammengefasst werden kann.
Diese Differenzierung lässt sich auch in die bestehenden Formate übersetzen, ohne dass ich das Rad neu erfinden muss. Gleichzeitig werde ich genau hinsehen, wann ich wie und mit wem und an welchem „Ort“ ich arbeiten mag, um meine Freude daran bei Laune zu halten. Ein gerne ignorierter Punkt, doch gerade für uns Vielseitige ist „Wat mutt, dat mutt“ einer der übelsten Räuber für Energie und Fokus.
Gespannt bin ich, wie aus der Materialauswahl fürs Businessschiff eine klare Materialzuordnung wird: unterschiedliche Decksbereiche und Nutzungen auf meinem Business-Schiff.
Deine Sicht
Falls du gerade selbst an deinem Business-Schiff arbeitest: Welche Fähigkeit oder Erfahrung liegt bei dir noch in der Kiste, weil sie dir „zu normal“ vorkommt, um sie als Material ernst zu nehmen? Schreib mir eine Zeile per Mail oder als Kommentar.

Susanne Krüger
Ich zeichne Karten für Soloselbstständige, deren Kopf schnell und vernetzt denkt. Wenn Hochsensibilität, Hochbegabung oder Ideenflut dein Alltag sind, helfe ich dir, Kurs zu finden und deinem inneren Kompass zu folgen, damit du das Steuerrad wieder selbst in der Hand hältst.







Schreibe einen Kommentar