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Das eigene Business-Schiff: Die Konstruktionspläne

Schon wieder Kopfarbeit? Das hatte ich ausreichend in den letzten Monaten. Doch nun gibt es einen Anlass, sich noch einmal zu überlegen, das Business von Null an zu betrachten.
 |  Susanne Krüger  |  Blick über die Schulter
Konstruktionszeichnung eines historischen Segelschiffs auf Karopapier und Lineal an den Rändern
  • Auf die Ohren

  • Das eigene Business-Schiff: Die Konstruktionspläne
    Audio erstellt von Susanne Krüger mit Unterstützung von KI

In den letzten Tagen sitze ich viel im Kartenraum – die Navigationszentrale aller Schiffe. Obligatorisch: Der Blick auf die Seekarte, bevor wir ablegen: Was ist gerade dran, wohin will ich wirklich?

Der Anlass ist die gerade gestartete Intensivgruppe von Smart Business Concepts. Ich bin mit einer klaren Hauptfrage angetreten, die mich seit einer Weile begleitet wie ein kleiner Kiesel im Schuh – das Wie. Genauer: Wie gehe ich Marketing und Sichtbarkeit so an, dass ich nicht nach drei Wochen innerlich die Augen verdrehe, weil es mich nervt, oder einschlafe, weil es mich langweilt?

Ich suche (immer noch) nach einem Weg, der zu meiner Art zu denken passt, zu meinem Tempo, zu meiner Wahrnehmung, zu diesem vernetzten “Ich sehe zehn Dinge gleichzeitig“-Alltag. Gleichzeitig merke ich: Wenn ich diese Frage zu früh beantworte, beantworte ich sie wahrscheinlich auf einem Fundament, das noch nicht ganz sauber vermessen ist.

Und genau da, mitten in der Startwoche, lande ich an einer Stelle, an der ich mich wie an einer Weggabelung entscheiden muss, welcher Route ich folge.

Wie die Intensivgruppe die Weggabelung sichtbar macht

Ich dachte, ich komme in die Intensivgruppe, um vor allem an Sichtbarkeit zu arbeiten: an Formen und Formaten, an Kanälen, an Routinen, an Worten, an einem Marketing, das sich nicht nach Marktschreierei anfühlt, sondern nach mir. Das ist auch weiterhin Teil der Reise, nur hat sich in den ersten Tagen etwas gezeigt, das darunter liegt und das ich nicht ignorieren kann, wenn ich di3 bisherige Schleife wirklich verlassen will.

Sobald du in so einem Denkraum sitzt, in dem Menschen präzise Fragen stellen und Muster schneller auffallen, merkst du, wie oft „Marketing“ eigentlich nur die Oberfläche ist, und wie häufig darunter eine viel banalere, aber entscheidendere Frage wartet: Wie sieht das Schiff überhaupt aus, das sichtbar werden soll, und welche Art von Mitreise macht es möglich?

In den letzten Monaten kamen diverse Anfragen, gemischte Interessen, oft diffuse “Mitreise-Wünsche” bei mir an. Manche wollten einen kurzen Ausflug, ein kleines Stück Orientierung, ohne gleich die ganze Reise zu buchen. Andere suchten einen Platz fürs Selbststudium, in Ruhe, mit Material, das sie in ihrem Tempo durchgehen können. Wieder andere wünschten sich Nähe, 1:1, mit Blick auf die Stellen, die man allein gern umschifft, weil sie zäh sind oder weil man nicht weiß, wo man anfangen soll.

Das klingt nach „alles ist möglich“ – und genau das ist der Punkt: Alles möglich fühlt sich im Kopf oft wie Freiheit an, in der Realität ist es ein Schiff, das ständig den Kurs wechselt, weil immer irgendwo ein neues Signallicht blinkt.

Die Weggabelung im Kartenraum

Irgendwann wurde das Bild trotzdem klar. Ich habe eine Vorstellung davon, wie mein Businessschiff gebaut sein könnte, damit es Lust macht auf eine Mitreise, je nachdem, ob jemand kurz einsteigen möchte, selbstständig lesen und arbeiten will, oder ob jemand eine persönliche Zusammenarbeit sucht. Ich stehe also nicht mehr am Anfang, sondern eher an dieser Stelle, an der man normalerweise sagt: „Okay. Jetzt setze ich das um.“

Und dann kam, ausgerechnet durch die Intensivgruppe, die nüchterne Frage, die mir den Kartenraum noch einmal neu ausgeleuchtet hat: Baue ich jetzt auf diesem Bild auf – oder vertiefe ich mich nochmal in die Konstruktionspläne? Das ist keine romantische „Folge deinem Herzen“-Gabelung, sondern eine Entscheidung mit weitreichenden Auswirkungen. So, wie man im Kartenraum entscheidet, ob man jetzt ablegt oder ob man noch einmal die Koordinaten prüft, weil man spürt, dass ein Detail nicht stimmt. Und ich habe mich entschieden, noch einmal zu prüfen.


Meine Entscheidung: zurück auf Null, mit Kurs und Anker

Ich setze mich gedanklich auf den Nullpunkt und laufe den Prozess noch einmal strukturiert durch. Nicht, weil ich „wieder bei Null“ wäre, sondern weil ich es mir leisten will, so zu tun, als wäre ich es – damit sich zeigt, was gerade blinder Fleck ist oder was mein Tunnelblick ausblendet.

Die Intensivgruppe ist dafür nicht nur ein Rahmen zum Austausch. Sie ist gleichzeitig Anker und abgesteckter Kurs. Das Material ist da, Fragen Struktur. I ch kann ihr folgen, statt mich in Möglichkeiten zu verlieren. Genau das brauche ich: Denn wenn ich in einem offenen Feld stehe, werde ich sehr schnell kreativ, sehr schnell, sehr weit – und am Ende habe ich fünf neue Varianten gebaut, ohne zu wissen, welche davon wirklich an Bord passt.

Es ist ein Experiment – und zwar eins, das auf eine Weise unbequem ist, die ich gut kenne: Ich versuche in den nächsten Wochen so zu tun, als hätte ich kein bestehendes Thema, keine fertige Positionierung, keine eingespielten Angebote, keine „Das mache ich doch schon so“-Automatik. Nicht, weil ich alles über Bord werfen will, sondern weil ich mir die Chance geben möchte, das zu sehen, was sich erst zeigt, wenn man nicht auf Autopilot fährt.

Warum ich mir diesen zweiten Durchlauf gönne

Ich kann es auf drei einfache Gründe herunterbrechen, ohne große Theorie, einfach aus Erfahrung:
Erstens: Wenn du lange an deinem eigenen Thema gearbeitet hast, wird es wie eine Seekarte, die du auswendig kennst, und dann siehst du vor allem das, was du erwartest, während du das Neue leicht übersiehst. Das ist kein Fehler, das ist Gehirnökonomie, und trotzdem ist es gefährlich, wenn man gerade baut.

Zweitens: Spezialisierung ist wichtig, ja – und Spezialisierung kann auch ein Tunnel sein. Wenn ich zu früh entscheide, „das ist jetzt mein Ding“, entscheide ich möglicherweise nicht nach dem, was gerade stimmt, sondern nach dem, was „man so macht“, weil es sauber aussieht und gut erklärbar ist. Ich will jedoch unbedingt ein Schiff, das gut fährt, nicht eins, das nur auf dem Papier elegant wirkt.

Drittens: Ich will mein Modell so aufsetzen, dass es in meinem Alltag funktioniert, und zwar nicht nur an Tagen mit Rückenwind. Energie, Fokus, Freiheit, Verlässlichkeit – das sind bei mir keine hübschen Worte, sondern Kriterien (und Werte!), die man im Kartenraum ziemlich schnell prüfen kann: Macht das gerade mein Leben leichter, oder baue ich mir ein weiteres System, das mich später nervt oder langweilt

Intuition als Wegweiser, Emotion als mögliches Irrlicht

Ein wichtiger Punkt in diesem Prozess ist für mich die Unterscheidung, die ich in den letzten Jahren lernen musste: Emotion kann ein ablenkendes Irrlicht sein, Intuition ist eher Wegweiser.

Emotion kann laut sein. Sie kann drängeln, ziehen, wegschieben, dramatisieren oder beschwichtigen, und wenn ich ihr zu viel das Ruder überlasse überlasse, lande ich bei hektischen Kurswechseln, weil sich etwas gerade “nicht gut” anfühlt, oder weil sich etwas gerade “sehr gut” anfühlt, obwohl es nicht tragfähig ist. In meinem Kopf wirkt Emotion manchmal wie ein Irrlicht: hell, auffällig, anziehend – doch nicht unbedingt richtungsgebend.

Intuition ist bei mir anders. Sie ist leiser, oft unspektakulär, eher wie ein inneres “das hier stimmt”, ohne dass ich sofort alles begründen kann. Und genau diese Art von Wegweiser will ich im Kartenraum wieder besser hören, weil sie in der täglichen Geräuschkulisse sonst untergeht.

Deshalb strukturiere ich den Prozess so, dass Intuition überhaupt eine Chance bekommt: klare Fragen, klare Beobachtungen, klare Dokumentation – damit am Ende nicht das lauteste Gefühl gewinnt, sondern die sauberste Sicht.

Was daraus entstehen soll – ganz unaufgeregt

Ich erwarte kein Wunder und kein “Jetzt ist alles gelöst”. Ich erwarte etwas Handwerkliches: ein Modell, das klarer wird, weil ich es noch einmal von Grund auf vermesse, ein Angebotsspektrum, das nicht aus diffusem “geht auch” besteht, sondern aus nachvollziehbaren Einstiegspunkten, und eine Sichtbarkeit, die später nicht wie ein aufgesetztes Kostüm wirkt, sondern wie ein logischer Teil des Schiffes.

Wenn das gelingt, wird sich nicht alles sofort leicht anfühlen, doch es wird stimmiger sein, und Stimmigkeit ist für mich der Unterschied zwischen Kurs halten und ständig neu ansetzen.

Logbuch der Intensivgruppen-Reise

Diesen Beitrag packe ich in einen übergeordneten Sammelbeitrag, der die ganze Intensivgruppe über weiter gefüllt wird – als ausgewählte Nachricht aus dem Kartenraum: Was wurde sichtbar, welches Muster taucht auf, welche Kurskorrektur war klein, aber wirksam?

Wenn du magst, ist das hier erste Kapitel eines Logbuchs, das nicht nur berichtet, sondern beim Lesen auch eine kleine Standortmarke setzt – für dich und für mich.

Und wenn du beim Lesen merkst, dass du gerade selbst an einer Weggabelung stehst, dann nimm dir eine Frage mit, die im Kartenraum gut funktioniert: Bist du gerade wirklich schon beim Wie – oder ist dein Schiff noch im Bau?

Ich freue mich auf deine Sicht in den Kommentaren!

Porträt von Susanne Krüger vor einer Seekarte

Susanne Krüger

Ich zeichne Karten für Soloselbstständige, deren Kopf schnell und vernetzt denkt. Wenn Hochsensibilität, Hochbegabung oder Ideenflut dein Alltag sind, helfe ich dir, Kurs zu finden und deinem inneren Kompass zu folgen, damit du das Steuerrad wieder selbst in der Hand hältst.

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