(Neu-)Start in Pauls Kate - mit Corona

06 August 2021

Nach der Voreröffnung der Kate im November 2019, als gerade die Bereiche Eingang, Küche, Gäste-Bad und vor allem das Gesellschaftszimmer vorzeigbar waren - und der Rest Baustelle von Rohbau bis irgendetwas Richtung fertig - ahnten wir nicht, dass sich im Frühjahr 2020 die Rahmenbedingungen derart verändern werden, dass der Start der geplanten (kulturellen) Veranstaltungsreihe „Abends in der Kate“ auf unbestimmte Zeit warten muss. Zunächst waren wir in der letzten Februarwoche, als dieses "Corona-Ding" schon am östlichen Horizont die ersten Nachrichten auftauchen ließ, noch Gastgeber für die Wirtschaftsförderung. Die monatliche Reihe „Nordfriesentreff“, eine Netzwerkrunde für Neu-Nordfriesen und Alteingesessene, hatten wir im Sommer zuvor kennengelernt und zahlreiche wunderbare Kontakte geknüpft. Gut drei Wochen später stand auf unserem Plan eine erste Lesung mit Werner Hajek und dem „Bernsteinjäger“ - die mit dem ersten Lockdown im März 2020 erst verschoben und dann abgesagt werden musste. Wir hofften auf den April, den Mai, den Juni. Die Entwicklung - jeder kennt sie - hat uns vor Voraussetzungen gestellt, die wir auch in den Sommermonaten, in denen etwas Luft zum Durchatmen war, nicht erfüllen konnten. Der Charme von Pauls Kate liegt vor allem auch darin, dass die Räume keine Saalgröße haben - doch das hätte es mit den vorgeschriebenen Abstandsregeln gebraucht. Zum Herbst und Winter folgten die bekannten verschärften Auflagen, der Lockdown und wieder eine zähe Phase.

Die Situation machte eine Planung mit Vorlauf für das Bekanntmachen einer neuen Anlaufstelle und der jeweiligen Veranstaltung völlig unberechenbar. Wir entschieden uns, das Projekt „Abends in der Kate“ zunächst ruhen zu lassen und entwickelten weitere Ideen. Inzwischen war die Kate weniger Baustelle als noch im Februar 2020 (zum Glück!) und unser Einzug erfolgt - damit war die Anzahl der anwesenden Handwerker endlich nicht mehr größer als die der Bewohner. Den ehemaligen Stall nicht als Wohnzimmer für uns allein zu nutzen, sondern diese Fläche dem zugänglichen Teil der Kate hinzufügen, war eine spontane Entscheidung. Daraus entstand ein neues zu lösendes Thema wegen der in diesem Raum noch erfordelrichen Baumaßnahmen: Im Lockdown ging teilweise gar nichts voran. Zeitweise war nicht einmal das Besorgen von Material im örtlichen Fachhandel oder Baumarkt umzusetzen. Bestellen kann man Vieles, doch oft ist es weniger sinnvoll … Dazu schwappte eine Auftragswelle über die Handwerker, die dazu führte, dass wir für einige Gewerke bis zu fünfzehn Monate auf die Ausführung gewartet haben. Und Corona legte nicht nur den Betrieb in der Kate still, auch mein Reisebüro landete im „Eisfach“. Zwei Standbeine, keine Einnahmen. Auch die verfügbaren Finanzen spielten eine Rolle. Wie gut, dass wir keinen laufenden Betrieb und Mitarbeiter hatten … Seit Mai 2021 lichtet sich die ellenlange Aufgabenliste, etliche Handwerksarbeiten sind ausgeführt. Der ehemalige Stall wurde auf „Deele“ umgetauft - auf den Charakter des heutigen Erscheinungsbildes passt diese Bezeichnung besser wink . Ein Handwerker steht aktuell noch auf unserer „Sehnsuchtsliste“, damit der Raum wirklich fertiggestellt werden kann. Wer neugierig ist, wie sich die Deele vom ersten Besichtigen bis heute entwickelt hat, findet dazu mehr in dem Blogbeitrag „Vom Kuhstall zum Jugendstil-Ambiente“ (Artikel und Link folgen).
Was also geschah in den Monaten zwischen Sommer 2020 und dem des Jahres 2021? Persönlich habe ich die Zeit intensiv für Fortbildungen genutzt. Ein Teil war möglich, weil sie über staatliche Stellen gefördert wurden. Erkenntnisse und Wissen aus anderen Investitionen sind in der Umsetzung und ermöglichen mir in der Zukunft eine breitere berufliche Aufstellung, für die alles Bisherige in Pauls Kate als Knotenpunkt zusammenfließt. Denn eines ist für mich klar: Mein Herz gehört untrennbar mit einem großen Teil der Touristik. „Einmal Touristiker, immer Touristiker“ - ja, das trifft auch auf mich zu. Um an dieser Stelle nicht von der Kate abzuschweifen, gibt es in diesem Beitrag mehr dazu, wie sich all dies in der Kate verbindet: „Pauls Kate als Knotenpunkt verschiedener Welten“ (Artikel und Link folgen). Wir - Ingo und ich als Bewohner der Kate - bearbeiteten von der langen Liste, was möglich war. Im Herbst/Winter vor allem im Haus, mit dem - in 2021 sehr lange nassem und kühlem - Frühjahr zunehmend wieder im Garten. Der erst ab April 2020 angelegte Garten, auf dem die ersten Pflanzen auf den Fotos aus den ersten Monaten geradezu niedlich wirken, schien auf das ab Juni 2021 wärmere Wetter gewartet zu haben: Ab diesem Zeitpunkt wuchs alles in atemberaubendem Tempo. Zu dem Gewünschten auch reichlich „Spontanbotanik“ , eine tägliche Runde mit Harke, kleiner Schaffen und Eimer wäre gut wink .
Es ist auf wunderbare Weise beeindruckend, wie die durch Hügelbeete angelegten Zonen harmonieren und Sichtachsen bilden. Das Farbkonzept begleitet das Auge durch den Garten und bietet zugleich Abwechslung. Die Sitzplatzbereiche sind über Wege verbunden und zugleich optisch voneinander getrennt. Eine Idee auf dem Papier zu entwerfen, sie umzusetzen und nur ein Jahr später zu sehen, wie gut das Konzept aufgeht, begeistert uns täglich. Der Sitzplatz neben dem Birnbaum wurde mit historischen Basaltsteinen gepflastert - die restlichen Steine bilden jetzt einen stabilen Untergrund unter der roten Bank am Brunnen.. Das Podest aus Lärchenholz an der Brunnenpumpe verdeckt charmant die Technik und bietet weitere Sitzplätze. Es waren und sind gefühlte 1001 Kleinigkeiten, die nicht wirklich auffallen, wenn sie erledigt sind - vorher allerdings sehr. Die Stunden, die in dieses Projekt fließen, wären ohne die Verlangsamung aller anderen Aktivitäten durch Corona in dieser Form nicht verfügbar gewesen. Auch im Innenbereich wird die Liste der Aufgaben, für die wir Handwerker einsetzen möchten, endlich kürzer. Auch die Anzahl der zu streichenden Wände, Türen und weiteren Teile wird weniger. Einen eigenen Beitrag werde ich dem Thema „Historische Elemente erhalten“ widmen - ein teilweise facettenreiches Erleben, durch das ich sehr viel gelernt habe, nicht immer auf angenehme Weise (Artikel und Link folgen).
Kürzlich wurden wir gefragt, was wir denn machen, wenn das Haus fertig sei - gemeint war das Erdgeschoss. Nun … Es gibt im privaten Teil des Dachgeschosses noch reichlich Betätigung. Der Garten braucht noch etwa zwei Jahre intensivere Zuwendung, bis er den Zustand erreicht, der den Planungen zugrunde liegt. Und dann? Och, keine Langeweile in Sicht - die Schublade voller Ideen in und um die Kate ist noch gut gefüllt! In wenigen Wochen startet das Projekt „Blühwiese“, 2.000 qm ehemalige Weidefläche werden renaturiert mit heimischen Wildkräutern und Wildblumen. Den Rehen, die letztes Jahr vor unseren Augen aufwuchsen, inzwischen eigenen Nachwuchs haben und uns in der Dämmerung fast täglich besuchen, wird es wie den zahlreichen Hasen vermutlich wie ein Paradies vorkommen wink . Auch für uns Menschen soll dort etwas Verbindendes entstehen - doch das gehört bereits in die Ideensammlung für 2022.
Der Kern-Aspekt von Pauls Kate sind genau diese Verbindungen. Der Mensch verbunden mit der Natur - das können wir im Garten bereits anbieten. Untereinander Menschen zu verbinden ist noch etwas komplizierter - die Corona-Pandemie ist nicht vorbei und wechselnde Auflagen erschweren eine Planung über Wochen hinweg. Sich spontan auf einen Kaffee zu treffen ist unkompliziert, eine Veranstaltung zu organisieren, die auch bekannt gemacht werden soll, ist herausfordernd. So ruht aktuell weiterhin unsere Reihe „Abends in der Kate“, die sich aus einem kulturellen und einem Netzwerkteil zusammensetzt. Für Ende August steht eine erste Netzwerk-Veranstaltung mit geladenen Gästen an, die den (Neu-)Start amrkieren soll.
Von unserer Seite wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, um größtmögliche Sicherheit für Gäste und Betreiber zu bieten. Unser Konzept rund um Hygiene und Luftfilterung - nicht nur in Zeiten von Corona - ist im gleichnamigen Artikel zusammengefasst (Artikel und Link folgen). Wir sind im Hier und Jetzt angekommen - in den ersten Augusttagen von 2021. Bis zur Veranstaltung, die wir zusammen mit der Wirtschaftsförderung Nordfriesland im Rahmen des Ideestarter-GründerCamps organisieren, soll hier noch so Einiges fertiggestellt werden, damit wir ab September in den nächsten Abschnitt des Projekts „Pauls Kate“ wechseln können: Die Räume zur Anmietung für Vorträge, Schulungen und Meetings freigeben. Parallel bauen wir das Angebot des Auftritts-Coaching auf, gedacht für alle, die sich in digitaler Weise präsentieren möchten (oder müssen) und sich damit (noch) nicht wohl fühlen. Sei es wegen der Technik, die wir zum Testen und Üben in der Kate zur Verfügung stellen, sei es wegen tief liegender Blockaden. Auch hoffen wir, dass wir im September noch einen Testlauf für die Idee des Pop up-Cafés im Katen-Garten starten können - wer dabei sein mag, schickt bitte eine Depesche ans Wetteramt, damit wir einen perfekten Spätsommertag dafür bekommen. Das Datum reichen wir bei Amt nach wink .

Aus Erfahrung verspreche ich an dieser Stelle keinen festen Termin für weitere Updates - das Leben ist immer dann, wenn Planungen irgendetwas Anderes wollen ... Wer wie von Zauberhand erfahren möchte, wie es in und um die Kate weitergeht, schreibt sich für die Katen-Post ein. Das Formular findest du weiter unten auf der Seite in dem pertrolfarbenen Bereich. Von uns aus sagen wir zu, jede Katen-Post liebevoll zu erstellen, zu frankieren wink und nur das zuzusenden, was von dir ausgewählt wurde!


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